romanisches vs. germanisches Bezeichnugssystem



Weine, die nach ihrer Herkunft benannt und definiert werden, sind nicht austauschbar! In Österreich mussten wir diesen schmerzlichen Erfahrungsprozess bereits erleben, als Ende der 90er Jahre große Mengen Grüner Veltliner, Welschriesling, Zweigelt oder Blaufränkisch aus Ungarn importiert wurden und vom österreichischen Konsumenten – der sich primär an der Sorte orientierte – im Glauben konsumiert wurde, österreichischen Wein zu trinken. Umso wichtiger ist die Betonung der spezifischen Herkunft im Marketing.


Beim germanischen Bezeichnungssystem (Deutschland, Österreich bis 2002) steht also die Rebsorte im Vordergrund und wird deswegen stark in die Vermarktung eingebunden.



Im romanischen Bezeichnungssystem (Italien DOC/DOCG, Frankreich AC/AOC, Spanien DO/DOCa, Österreich DAC, ab 2002) hat die Herkunft einen höheren Stellenwert und berücksichtigt zusätzlich den Grundsatz der Selbstbestimmung: Diese Selbstbestimmung führt dazu, dass die Berufsgruppe (Traubenproduzenten, Weinproduzenten, Händler, etc.) einen gebietstypischen Weinstil für sich beansprucht und diesen mit der Herkunft auszeichnet und vermarket.

In unserem Fall, dem Weinviertel, einigte man sich auf den Grünen Veltliner und somit wird dieser seit 2002 unter dem Namen Weinviertel DAC (Districtus Austriae Controllatus) vertrieben. Ein DAC-Wein ist also grundsätzlich kein neuer Wein, sondern steht für eine Rebsorte, die vor allem geschmacklich unverkennbar typisch für ein heimisches Weinbaugebiet ist.

Topografische Karte Weinviertel © ÖWM